• Tortenbacken: Ein tolles Freizeitvergnügen erobert die Schweiz

    In einer Zeit, in der immer mehr Erwachsene über ein hohes Stressniveau klagen, haben entspannende Freizeittätigkeiten Hochkonjunktur. Neben Sportarten wie Fussball oder Tennis stehen bei den Schweizern auch handwerkliche Hobbys hoch im Kurs. Ein regelrechter Boom ist derzeit im Bereich der Tortenbackkurse zu verzeichnen. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, warum es den Schweizern ausgerechnet dieses Hobby angetan hat.

    Grossflächiges Kursangebot

    Ob Schwyz, Graubünden oder Basel-Stadt: Es gibt kaum eine Region, in der heute keine Tortenbackkurse angeboten werden. Im Gegenteil – es kommt immer öfter vor, dass die Kurse überlaufen sind und man auf einen späteren Termin ausweichen muss. Tortenbackkurse werden häufig von professionellen Konditoren veranstaltet, die sich neben dem Verkauf von Backwaren und -zubehör auch andere Geschäftsfelder erschliessen wollen. Viele von ihnen betreiben Internetseiten, auf denen man sich über die Kursinhalte informieren kann. Oft kann man den gewünschten Kurs an Ort und Stelle buchen und die fällige Gebühr per Internet bezahlen. Dies vereinfacht das Prozedere und erspart dem Kursanbieter den verwalterischen Aufwand, der die Tortenbackkurse nur unnötig verteuern würde.

    Dekorierkurse liegen voll im Trend

    Neben „klassischen“ Tortenbackkursen erfreuen sich auch Dekorierkurse einer immer grösseren Beliebtheit. In Städten wie Zürich oder Bern werden solche Kurse so stark nachgefragt, dass man mitunter zwei bis drei Wochen auf einen freien Platz warten muss. Ohne Zweifel hat dies damit zu tun, dass beim Dekorieren von Backwerk die eigene Kreativität herausgefordert wird. Da die meisten Menschen einen Job ausfüllen, bei dem gestalterisches Können – wenn überhaupt – nur eine Nebenrolle spielt, ist es nicht verwunderlich, dass die Buchungszahlen förmlich explodieren. Das Schöne an einem Dekorierkurs ist, dass man ausser einem Tortenboden und einer Portion guter Laune nichts mitbringen muss. Sämtliche Materialien werden gestellt und sind in der Kursgebühr enthalten. Wohl auch deswegen können sich Veranstalter von Dekorierkursen derzeit vor Anmeldungen kaum retten – egal, in welchem Teil des Landes sie ansässig sind.

    Überwiegend weibliche Teilnehmer

    In Ländern wie den USA oder Kanada ist es durchaus üblich, dass sich Männer für Tortenbackkurse anmelden. Je nach Region kann der Anteil des starken Geschlechts bei bis zu 30 Prozent liegen. Hierzulande zeigt sich ein gänzlich anderes Bild: Nahezu alle Teilnehmer von Backkursen sind Frauen – und das, obwohl die meisten Veranstalter ausdrücklich erwähnen, dass die Kurse jedem offenstehen.

    Worin die Ursachen für das zurückhaltende Interesse der Männer liegen, kann nicht mit letzter Sicherheit beantwortet werden. Ein möglicher Grund könnte sein, dass Männer – anders als die meisten Frauen – zur Ungeduld neigen und sich nicht vorstellen können, mehrere Stunden damit zuzubringen, eine Torte zu backen. Dabei übersehen sie, dass es nicht allein auf das Resultat, sondern auf den Spass beim Backen ankommt. Fakt ist: Eine Torte, die man selbst gebacken hat, schmeckt einfach besser als ein Fertigkuchen – sogar dann, wenn man blutiger Anfänger ist.

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  • Top 3 Hotels in Basel

    In Basel, wie in der gesamten Schweiz, gibt es unzählige Top-Hotels. Doch welche Hotels in Basel liegen in der Gunst von Gästen ganz oben? Im Folgenden finden Sie die Top 3 Hotels in Basel (basierend auf dem Ranking in Tripadvisor):

    1) Grand Hotel Les Trois Rois
    Dieses 5-Sterne-Deluxe-Hotel in der Altstadt von Basel liegt direkt am Rheinufer (Blumenrain 8, 4001 Basel), der Basler Hauptbahnhof (Basel SBB) ist etwa 1,5 km entfernt (5-8 min mit dem Taxi). Es handelt sich hierbei um eines der ältesten Stadthotels in Europa (1844 eröffnet) – Napoléon, Elizabeth II, Pablo Picasso, Thomas Mann und viele andere Größen zählen zu den Gästen dieses Nobelhotels. Das Hotel verfügt über diverse Auszeichnungen, die Hotel-Bar wurde vor kurzem zur Bar des Jahres Schweiz 2015 und der Hotel-Chefkoch zum Koch des Jahres 2015 gewählt. Das Luxus-Hotel verfügt über 101 Zimmer und Suiten, die alle anders eingerichtet sind. Ein Junior Room (19m2) ist die ideale Option für Alleinreisende, das 32 m2 große Doppelzimmer im Stil des Klassizismus oder Art Deco perfekt für Paare geeignet. Das Hotel verfügt außerdem über mehrere Restaurants, eine Bar und einen Zigarren-Salon. Die Preise beginnen bei 446 CHF für eine Person (Deluxe Junoir Room) und 569 CHF für zwei Personen (Deluxe Doppelzimmer).

    2) Hotel Basel
    Dieses 4-Sterne-Hotel befindet sich mitten in der Altstadt (Fussgängerzone) von Basel (Münzgasse 12, Basel 4001), der Marktplatz ist gerade einmal 50 m, der Hauptbahnhof (SBB Basel) etwa 1,3 km entfernt. Das 1975 eröffnete Hotel wurde 2007 und 2008 komplett renoviert. Es verfügt über insgesamt 72 Nichtraucher-Zimmer , davon 25 Business-Einzelzimmer, 6 Starlight-Einzelzimmer, 26 Classic-Doppelzimmer, 6 Comfort Twin-Doppelzimmer, 6 Superior-Doppelzimmerm 2 Junior-Suiten und eine Spalenberg-Suite. Im Hotel befindet sich außerdem ein Restaurant und eine Brasserie. Alle Zimmer sind mit einem Badezimmer mit Badewanne oder Dusche, Fön, Klimaanlage, Flat Screen-TV, Radio, Telefon, WLAN, Safe und Gratis-Softdrinks in der Minibar ausgestattet. Die Preise beginnen bei 144 CHF im Einzelzimmer und 171 CHF im Doppelzimmer.

    3) Hotel Spalentor Basel
    Dieses 4-Sterne-Hotel liegt am Rande der Altstadt (Schoenbeinstraße 1, Basel 4056), unmittelbar am Botanischen Garten und dem berühmten Basler Stadttor Spalentor. Das Nichtraucher-Hotel verfügt über 40 geräumige Zimmer, die 2012 renoviert wurden. Im Preis sind WLAN im ganzen Hotel, ein Ticket für kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in Basel während des Aufenthaltes, Fahrräder sowie Kaffeemaschine, Klimaanlage, iPhone/iPad-Dockingstation und DVD-Player im Raum enthalten. Das Hotel verfügt außerdem über eine Hotelbar und einen für Gäste kostenlosen Fitness-Raum. Die Preise beginnen bei 179 CHF fürs Einzelzimmer und 204 CHF fürs Doppelzimmer.

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  • Top 5 Restaurants in Zürich

    In Zürich gibt es viele gute Restaurants. Aber welche sind die besten? Wir haben recherchiert und für Sie die 5 besten Restaurants in Zürich zusammengestellt (laut Bewertungen von Gästen auf tripadvisor):

    1) Didi’s Frieden
    Dieses Restaurant liegt gerade einmal 200 m vom Hauptbahnhof Zürich entfernt (Stampfenbachstraße 32, Zürich 8006) und bietet traditionelle Schweizer Küche zu einem gerade für Zürich sehr guten Preis-Leistungsverhältnis. Zu Mittag werden anstelle der a la carte-Karte acht täglich wechselnde Mittagsmenu zwischen CHF 27.- und CHF 36.- inklusive Suppe oder Salat angeboten. Das komplett rauchfreie Restaurant ist Montag – Freitag von 11.00 bis 14.30 und 17.00 bis 24.00, sowie samstags von 18.00 bis 24.00 Uhr geöffnet. Abends empfiehlt sich eine Reservierung, da das Restaurant relativ klein ist. Beispiel-Hauptgericht aus der aktuellen Karte: Wiener Schnitzel vom Zürcher Biokalb am mediterranem Kartoffelsalat (120 g): 39 CHF.

    2) Hühnerhimmel

    Dieses Restaurant befindet sich im Südosten der Stadt und ist etwa 2,5 km vom Hauptbahnhof entfernt (Forchstraße 76, Zürich 8000). Wie der Name es bereits verrät, ist Pouletfleisch in verschiedenen Varianten die Spezialität des Hauses: Es gibt hier drei verschiedene Arten von ganzem Huhn: Swiss-Style, Austrian-Style und American-Style. Man kann alle drei probieren, denn es lässt sich auch ein halbes Huhn bestellen. Das Mittagsmenü ist für Zürich recht günstig. Mittags gibt es das Combi-Angebot, bestehend aus Suppe oder buntem Salat, Tagesteller, 3 dl Softgetränk und einem Espresso für 27 CHF. Das Restaurant ist Montag bis Freitag von 11.00 bis 14.00 und 17.30 bis 23.00 Uhr sowie samstags von 17.30 Uhr bis 23.00 Uhr geöffnet.

    3) My Kitchen
    Dieses sehr kleine, aber feine Familienrestaurant liegt im Norden der Stadt (Franklinstraße 6, Zürich 8050), etwa 4 km vom Hauptbahnhof Zürich entfernt und bietet malaysische Küche. Da das kleine Restaurant gut besucht ist, lohnt es sich, zu reservieren. Die Menükarte ist mit etwa zehn Gerichten sehr überschaubar, lädt jedoch ein, Neues zu probieren. Die Besitzer geben allerdings meistens Tipps, was besonders lecker oder speziell ist. Das Restaurant ist recht preiswert: Für drei Gänge mit (alkoholfreien) Getränken gibt ein Paar weniger als 100 Franken aus.

    4) Stefs Freieck
    Dieses Restaurant im Südosten der Stadt (Wildbachstraße 42, Zürich 8008) liegt etwa 3 km vom Hauptbahnhof entfernt und bietet bodenständige Küche ohne viel Schnickschnack zu fairen Preisen. Vier Gänge kosten hier 79 CHF. Ein Klassiker ist das Wildfang Zanderfilet für 46 CHF. Besonders empfehlenswert sind die Geflügelleber und die Steinpilzsuppe. Das Restaurant ist Dienstag bis Samstag von 18.30 bis 24.00 Uhr geöffnet.

    5) Differente
    Dieses Restaurant im Norden der Stadt (Schaffhauserstraße 1, Zürich 8006) ist etwa 1,4 km vom Hauptbahnhof entfernt und befindet sich im 4-Sterne-Hotel Krone Unterstrass. Die Spezialität des Restaurants sind verschiedene Tatar-Kreationen (Rind-, Kalb- oder Büffel-Fleisch mit diversen Beilagen, die Karte bietet jedoch weitere Leckereien wie Rauchlachs, Thunfisch, Avocado-Couscous, Kokosnuss-Parfait oder Caramel-Köpfli. Das Restaurant ist Montag bis Freitag von 06.30 bis 24.00 und an den Wochenenden von 06.30 bis 23.30 Uhr geöffnet.

    Tipp: Die Top 5 Sehenswürdigkeiten im Kanton Schwyz

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  • Top 5 Sehenswürdigkeiten im Kanton Schwyz

    Die Schweiz besitzt 26 Kantone – die größten sind Graubünden und Bern und Wallis, die bevölkerungsreichsten Zürich, Bern und Waadt und die bekanntesten wohl Zürich, Luzern, Genf und St. Gallen.

    Schwyz
    Doch was ist mit dem Kanton Schwyz? Diesen Kanton in der Zentralschweiz scheinen nur wenige Touristen zu kennen – zu Unrecht, denn hier gibt es so manche interessante Sehenswürdigkeiten. Hier sind die Top 5 Sehenswürdigkeiten im Kanton Schwyz:

    Rigi

    Rigi

     

    1) Rigi
    Das Bergmassiv Rigi mit dem höchsten Gipfel Rigi Kulm (1,797 m) liegt auf den Kantonen Schwyz und Luzern und ist ein überaus beliebtes Ausflugsziel für Touristen. Der Berg bietet eine spektakuläre Aussicht auf den Vierwaldstättersee und die nahen Alpen. Lew Tolstoi bezeichnete den Ausblick als einen der schönsten der Welt, auch Mark Twain und Johann Wolfgang von Goethe besuchten den Berg. Hier kann man wandern, schlitteln, skifahren, langlaufen, gleitschirmfliegen und einiges mehr. Die Rigi kann mit zwei Zahnrad- und mehreren Luftseilbahnen erreicht werden.

    Kloster Einsiedeln

    Tafel am Kloster Einsiedeln

    2) Kloster Einsiedeln
    Diese Benedektinerabtei befindet sich in der Gemeinde Einsiedeln im Norden des Kantons und ist ein berühmter Wallfahrtsort und für viele das schönste Kloster der Schweiz. Besonders beeindruckend ist die doppeltürmige Stiftskirche des Klosters, die zwischen 1719 und 1735 erbaut wurde und als bedeutendste Barockkirche der Schweiz gilt. Im Inneren der Kirche befindet sich die Gnadenkapelle mit der berühmten Schwarzen Madonna (Gnadenbild), deren schwarze Farbe von den Kerzen stammt, die vor ihr brannten. Im Weinkeller des Klosters finden Weinverkostungen statt. Für 15 CHF kann man an einer Klosterführung teilnehmen.

    3) Tierpark Goldau
    Im diesem 1925 gegründeten Natur- und Tierpark können Besucher etwa 100 verschiedene, vor allem einheimische und europäische Tierarten besichtigen. Im großen Freilaufbereich kann man außerdem Hirsche und Mufflons selber füttern. Im Tierpark mit seiner eindrücklichen Landschaft (Resultat des Goldauer Bergsturzes aus dem Jahr 1806, bei dem 457 Menschen ums Leben kamen) leben außerdem seltene Säugetiere und Vögel wie der Syrische Braunbär, der Wisent und der Waldrapp. Der Park ist täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr (April bis November: wochentags bis 18, am Wochenende bis 19 Uhr) geöffnet. Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 20 CHF, für Kinder (6-16 Jahre) 10 CHF.

    4) Sattel-Hochstueckli
    Dieses Ski- und Naherholungsgebiet bietet aktiven Besuchern ein breites Angebot: Hier findet man unter anderem eine Drehgondelbahn, drei Skilifte, eine Sommerrodelbahn, eine Spring- und Hüpfburganlage, ausgiebige Wanderwege und die längste Fussgängerhängebrücke Europas (374 m). Die Drehgondelbahn (die erste der Welt) bringt einen in 8 Minuten von der Talstation in der kleinen Gemeinde Sattel zum etwa 1200 m hohen Mostelberg. Der höchste Punkt ist Hochstueckli mit 1566 m Höhe.

    Aussicht vom Mostelberg

    Aussicht vom Mostelberg

    5) Fronalpstock
    Der Fronalpstock ist ein 1922 m hoher Berg nahe der kleinen Gemeinde Morschach. Von Morschach gelant man per Seilbahn zum Skiort Stoos und von dort ebenfalls per Seilbahn auf den Fronalpstock, von dem sich einem eine atemberaubende Aussicht auf den Vierwaldstättersee bietet. Wer will, kann vom Fronalpstock zu Fuß zum etwa 4 km entfernten, 1935 m hohen Klingenstock wandern (etwa 1 Std.) oder diesen direkt von Stoos mit der Seilbahn erreichen.

    Seilbahn von Stoos nach Morschach

    Seilbahn von Stoos nach Morschach

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  • Der FIFA-Skandal wird zum Politikum

    Es gibt kaum eine Organisation, die so viele Mitglieder zählt und gleichzeitig einen so schlechten Ruf geniesst wie die FIFA. Die Macht des Weltfussballverbandes ist enorm – gerade in den Entwicklungsländern, deren Vertreter aus Afrika, Südamerika und Asien massgeblich an der mehrmaligen Wiederwahl des Präsidenten Sepp Blatter beteiligt waren.

    Im Vorfeld der jüngsten Wahl, aus der Blatter erneut als Sieger hervorging, wurden auf Betreiben der USA sechs ranghohe FIFA-Funktionäre verhaftet. Darunter ist auch Jeffrey Webb, einer der Stellvertreter Blatters. Die Vorwürfe lauten auf Betrug, Geldwäsche und Erpressung. Konkret geht es um die Vergabe der beiden Weltmeisterschaften 2018 und 2022, die in Russland und Katar stattfinden.

    Vor allem der Zuschlag für das kleine Emirat an der Ostküste der arabischen Halbinsel sorgte in Fachkreisen für Kopfschütteln. Zu den geplanten Spielzeiten liegen die Temperaturen dort um die 50 Grad, was einen normalen Spielbetrieb quasi unmöglich macht. Zudem kommen auf den Baustellen immer wieder Arbeiter ums Leben, auch wenn dies von offizieller Seite gebetsmühlenartig dementiert wird.

    Im Zuge der Festnahmen wurden im Zürcher Hauptquartier des Verbandes elektronische Daten und Dokumente sichergestellt. Gleichzeitig eröffnete die Schweizer Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren, in dem geklärt werden soll, ob bei den Turniervergaben alles mit rechten Dingen zuging. Wie der Tagespresse zu entnehmen war, stehen die polizeilichen Massnahmen und das Verfahren allerdings nicht in einem unmittelbaren Zusammenhang.

    Am Pranger der Medien

    In den Medien wird die FIFA-Affäre mit wenig Zurückhaltung kommentiert. Die Rede ist von einem skrupellosen Netzwerk, das mafiöse Strukturen aufweist. Hält man sich vor Augen, mit welcher Selbstherrlichkeit Blatter während seiner 17-jährigen Amtszeit aufgetreten ist, verwundert dies nicht: Sämtliche Anschuldigungen liess der Walliser stets von sich abprallen, womit er seine zahlreichen Kritiker immer wieder gegen sich aufbrachte.

    Die Verhaftung der sechs Funktionäre wird von den meisten Zeitungen daher mit Genugtuung registriert. Gleichwohl gilt auch für Amtsträger der FIFA die Unschuldsvermutung – solange sich die Vorwürfe nicht beweisen lassen, kann niemand zur Verantwortung gezogen werden. Es ist allerdings möglich, dass die Beschuldigten in die USA ausgeliefert werden und sich dort vor Gericht verantworten müssen. Ihre Anwälte haben bereits Rechtsmittel gegen eine Überstellung an die US-Justiz eingelegt.

    Nationalrat Portmann: Bevölkerung in den WM-Veranstaltungsländern blutet

    In der Politik wächst der Unmut über die Zustände, die in der FIFA offenbar seit Jahrzehnten vorherrschen. Es wird befürchtet, dass die Affäre einen Imageschaden nach sich ziehen könnte – nicht nur für den Fussball, sondern auch für die Schweiz.

    Der FDP-Politiker Portmann lässt kein gutes Haar an der FIFA: Die Bevölkerung in den Veranstaltungsländern müsse „bluten“, während der Verband Gewinne einstreiche, so der 52-jährige gegenüber Medienvertretern. Die Schweiz habe alles Interesse daran, dass globale Grossveranstaltungen von kriminellen Machenschaften befreit würden und sich die Reputation des Sports verbessere.

    Wenn es nach Portmann geht, sollen sich sowohl FIFA-Verantwortliche als auch Sportminister Maurer in Kürze vor der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) erklären. Die FDP hat bereits zwei Anträge eingereicht, deren Thema die Korruption bei Grossveranstaltungen und im Sport ist.

    Blatters Rücktritt sorgt für Wirbel

    Der spektakuläre Rücktritt Blatters nur vier Tage nach seiner erneuten Wiederwahl sorgt nicht nur in der Schweiz für heftige Diskussionen. Kaum jemand hätte damit gerechnet, dass der 79-jährige so schnell das Handtuch werfen würde. Einer seiner erbittertsten Gegner, der UEFA-Präsident Michel Platini, begrüsste die „schwierige und mutige“ Entscheidung. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Wolfgang Niersbach, hält den Rücktritt für „überfällig“. Damit seien allerdings nicht alle Probleme gelöst. Niersbach hatte bei der Wahl gegen Blatter gestimmt und damit einen telefonischen Streit mit Franz Beckenbauer provoziert, der als Freund des scheidenden FIFA-Präsidenten gilt.

    Blatters Nachfolger soll bei einem Sonderkongress zwischen Dezember 2015 und März 2016 gekürt werden. Die Statuten des Verbands sehen eine Vorbereitungszeit von mindestens vier Monaten vor, bevor ein neuer Präsident gewählt werden kann. Der nächste reguläre Kongress findet vom 12. bis 13. Mai 2016 in Mexiko City statt – so lange können und wollen die Verantwortlichen aber offenbar nicht warten.

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  • Revision des RTVG kommt am 14. Juni zur Abstimmung

    Im Abstimmungskampf über die Revision des Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG) wird der Ton zunehmend schärfer. Die Gegner des Vorhabens machen ihrem Ärger über das Finanzgebaren der SRG lautstark Luft – nicht nur im Internet, sondern auch in Radio und TV.

    Die Vorlage beinhaltet unter anderem eine Aufstockung des Jahresetats der SRG, der aktuell bei 1,2 Milliarden Franken pro Jahr liegt. Auch private Radio- und Fernsehstationen sollen künftig mehr Geld erhalten. Dies geht den RTVG-Gegnern entschieden zu weit: Einige fordern eine Reduzierung der Gebühren, manche treten sogar für eine vollständige Abschaffung ein.

    Die SRG hat ihrerseits eine Informationsbroschüre aufgelegt, der unter anderem zu entnehmen ist, dass es bisher keine Gebührenbefreiung für Firmen gebe. Der Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes, Hans-Ulrich Bigler, bezeichnet dies in der „Sonntagszeitung“ als Falschinformation. Es gebe sehr wohl Möglichkeiten für Unternehmen, sich von der Zahlung der Gebühren befreien zu lassen.

    So entfalle bei Firmen die Anmeldepflicht für das Empfangen von TV-Programmen per Internet, wenn auf den Rechnern keine für den Empfang notwendige Software vorhanden sei. Der Verband betont zudem, dass der überwiegende Teil der Unternehmen bislang nur für den Radio-Empfang angemeldet war. Sollte das Gesetz die Volksabstimmung überstehen, würden pauschal TV und Radio berechnet.

    Keine geschlossene Front

    Laut der NZZ am Sonntag stehen nicht alle Branchen hinter der Idee, die geplante Medienabgabe zu bekämpfen. So würden beispielsweise zahlreiche Bäckerbetriebe und der Restaurant-Verband Gastrosuisse das Referendum nicht unterstützen. Bigler hält dennoch unbeirrt am Referendum fest: Dass sein Verband geschlossen antrete, sei selten. Wie gross der Ärger über die geplante Abgabe sei, zeige der grosse Erfolg beim Sammeln der Unterschriften.

    Bigler äussert zudem die Befürchtung, die Gebühren könnten nach der Einführung des Gesetzes rasch ansteigen. Die Sorge ist durchaus nicht unberechtigt: Schaut man sich die Entwicklung der Rundfunkabgaben in anderen Ländern an, stellt man fest, dass es relativ häufig zu sprunghaften Anstiegen kommt. So erhöhte sich die deutsche GEZ-Gebühr zum Jahr 2002 inflationsbereinigt um rund zehn Prozent – freilich ohne Zustimmung des Volkes, da in Deutschland Volksentscheide ausschliesslich zum Zwecke der Neugliederung des Bundesgebietes durchgeführt werden.

    CVP-Nationalrat Gmür: „Erpressung“

    Für Kritik sorgt derzeit die Strategie des Gewerbeverbandes, bei den bevorstehenden Nationalratswahlen nur Politiker zu unterstützen, die die Revision des RTVG ablehnen und ins „Nein“-Komitee eintreten. Der Schwyzer CVP-Nationalrat Alois Gmür spricht offen von „Erpressung“. Andere weisen darauf hin, dass Bigler eine militärische Karriere hinter sich hat und im Generalstab als Oberst diente. Er sei daher jemand, der offenbar keinen Widerspruch dulde.

    Gmür zufolge zahlen 75 Prozent aller Firmen keine Gebühr, da sie die Umsatzgrenze von 500.000 CHF im Jahr unterschreiten. Weitere neun Prozent würden nach einer gewonnenen Abstimmung statt 612 CHF nur noch 400 CHF zahlen. Gastrosuisse-Chef Casimir Platzer rechnet vor, dass 80 Prozent aller Betriebe, die seinem Verband angehören, entweder weniger oder gar nichts mehr zahlen müssten.

    Candinas: „Populistische Kampagne“

    Der Graubündner CVP-Nationalrat Martin Candinas wirft den RTVG-Gegnern vor, eine populistische Kampagne zu führen. Diese habe nichts mit der Abstimmungsvorlage zu tun und sei der direkten Demokratie nicht würdig. Gegen eine Gebührenreduzierung, so Candinas, könne niemand etwas haben. SVP-Nationalrätin Natalie Rickli sieht das anders: Die Schweizer Medienpolitik bezeichnet sie als „ein einziges Ärgernis“. Das Monopol der SRG würde durch das neue Gesetz weiter gefestigt. Die vom Gegenkomitee initiierte Emoji-Kampagne spreche vielen Bürgern aus dem Herzen.

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  • Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Luzern

    Die Region Luzern ist wie eine Schweiz im Miniaturformat – so erlebt es zumindest ein Grossteil der rund 5 Millionen Touristen, die jährlich in den Hauptort des gleichnamigen Kantons strömen.

    Die 76.000-Einwohner-Stadt in der Zentralschweiz hat tatsächlich etwas Einzigartiges: Nirgendwo sonst findet man so viele Kulturstätten und Architektur-Highlights auf so kleinem Raum. Lesen Sie weiter und erfahren Sie, welche Attraktionen Sie bei Ihrem nächsten Luzern-Trip unbedingt besuchen sollten.

    Festung Vitznau

    Die Festung Vitznau ist Teil der berühmten Gotthardfestung und wurde in der Zeit des Zweiten Weltkrieges in den Rigi getrieben. Nur wenige Schweizer wissen, dass die dort stationierten Soldaten über Jahrzehnte in ständiger Kampfbereitschaft gehalten wurden. Erst im Jahr 1998 wurde die Anlage ausgemustert und ist seitdem für Besucher zugänglich.

    Führungen durch die Festung werden von Milizsoldaten der Schweizer Armee durchgeführt. Wer es einrichten kann, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen: Den Besucher erwarten riesige Munitionshallen, Kanonenstellungen, ein eigenes Kraftwerk und ein Hotel. In der Anlage gibt es sogar einige Spitäler mit komplett ausgestatteten Operationssälen. Die gesamte Exkursion dauert etwa 90 Minuten; besucht man anschliessend die sehenswerte Sonderausstellung, verlängert sich die Tour auf rund zwei Stunden.

    Hohle Gasse

    In der Hohlen Gasse zwischen Immensee und Küssnacht am Rigi erschoss der Überlieferung zufolge Wilhelm Tell den habsburgischen Landvogt Gessler. Wer auf den Spuren des Schweizer Nationalhelden wandeln möchte, sollte einen Abstecher zur ehemals einzigen Strasse von Immensee nach Küssnacht machen.

    Die hohle Gasse wurde in den Jahren 2004 und 2005 umfassend renoviert. Im Zuge der Neugestaltung wurde ein rollstuhlgängiger Weg angelegt. Am unteren Ende der Gasse gibt es einen Picknickplatz und einen Pavillon, in dem sich Interessierte in fünf Schaufenstern zu verschiedenen Themen informieren können.

    Kapellbrücke mit Wasserturm

    Luzern wird durch die Reuss geteilt und verfügt daher über mehrere Brücken, die die Neustadt mit der historischen Altstadt verbinden. Die mit Abstand bekannteste ist die Kapellbrücke, die aus dem Jahr 1365 stammt. Mit einer Länge von 204 Metern ist sie die zweitlängste gedeckte Holzbrücke Europas.

    Nach einem Brand im Jahr 1993 wurde die Kapellbrücke originalgetreu wieder aufgebaut. Von den 111 mittelalterlichen Originalgemälden konnten 30 gerettet werden. Das Ereignis löste ein gewaltiges Medienecho aus und sorgte dafür, dass sich die ohnehin grosse Bekanntheit der Brücke noch weiter erhöhte.

    In der Mitte der Kapellbrücke befindet sich der 34,5 m hohe Wasserturm, der in der Vergangenheit abwechselnd als Schatzkammer, Stadtarchiv, Kerker und Stadtbefestigung diente. Erreichen lässt sich das Wahrzeichen der Stadt über einen kurzen Quergang. Der Souvenirladen an der Brücke existiert seit 1862 und ist auch heute noch für Besucher geöffnet.

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  • Urlaub in Graubünden: Reisetipps und allgemeine Informationen

    Wenn es um die Wahl eines Reiseziels im eigenen Land geht, steht die Region Graubünden auf der Liste der Schweizerinnen und Schweizer ganz weit oben. Der grösste Kanton ist landschaftlich reizvoll und bietet eine Fülle von Möglichkeiten, sich körperlich zu betätigen – nicht nur für Wintersportler. Von Canyoning über Golfen bis zum Windsurfen ist beinahe jede Art von Urlaubsaktivität möglich.

    Graubünden kann auf eine lange Tourismus-Geschichte zurückblicken: Bereits im Jahr 1865 wurde der Fremdenverkehr durch den Wintertourismus ergänzt. Hierdurch entstand ein völlig neuer Wirtschaftszweig, durch den bis heute ein Grossteil der Wertschöpfung in Graubünden generiert wird. Die umsatzstärksten Regionen in diesem Sektor sind Arosa, Lenzerheide, Davos/Klosters, Flims und das Oberengadin. In Vals, Alvaneu, Andeer und Scuol leben viele Unternehmen direkt oder indirekt vom Bädertourismus.

    Eindrucksvolle Natur

    Die gepflegten Kulturlandschaften Graubündens sorgen für ein Urlaubsflair, das man in dieser Form nur in wenigen Regionen Europas erleben kann. Idyllische Seen wechseln sich mit schwindelerregenden Schluchten und gewaltigen Bergmassiven ab. Die spektakulärste Gebirgsformation ist das Gotthardmassiv, gefolgt von der Silvretta und den Rätischen Alpen. Mehr als 460 Dreitausender finden sich in Graubünden. Der Piz Bernina ist mit 4.048 Metern die höchste Erhebung des Kantons und gleichzeitig der höchste Berg der Ostalpen.

    Der im Engadin und Val Müstair gelegene Naturpark SNP ist rund 170 km² gross und beheimatet eine Fülle von seltenen Tieren. Bei einer Tour durch das Reservat bekommt man unter anderem Steinböcke, Bartgeier, Rothirsche und Steinadler zu sehen. Das Wegnetz umfasst rund 80 Kilometer offizielle Wanderrouten, von denen zwei durch das Hochgebirge führen. Der SNP zieht jährlich etwa 150.000 Touristen an und verfügt mit dem Chamanna Cluozza und dem Parc Naziunal Il Fuorn über hervorragende Hotels. Geführte Exkursionen finden jeweils dienstags und donnerstags statt.

    Chur: Die älteste Stadt der Schweiz

    Neben Orten wie Davos und St. Moritz, die als Treffpunkte des internationalen Jetsets bekannt sind, gibt es in Graubünden eine Vielzahl von touristisch bedeutsamen Städten. Sehenswert ist vor allem der Hauptort Chur, dessen Siedlungsgeschichte einen Zeitraum von fast 5.000 Jahren abbildet. Die historische Altstadt ist komplett autofrei und wartet mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten auf. Die meisten Besucher zieht es in die dreischiffige Kathedrale Sankt Maria Himmelfahrt, das bischöfliche Schloss und das Rathaus, das aus dem 15. Jahrhundert stammt.

    Das Bündner Kunstmuseum an der Grabenstrasse ist immer einen Besuch wert: Hier werden Gemälde verschiedener Bündner Künstler der vergangenen drei Jahrhunderte ausgestellt. Ebenfalls sehenswert sind der südwestlich vom Postplatz gelegene Fontanapark mit dem Denkmal für den Schlossvogt Benedikt Fontana, das Weinbaumuseum Chur sowie der Martinsplatz, an dem die spätgotische Martinskirche und das berühmte „Bärenloch“ liegen. Hierbei handelt es sich um zwei Höfe aus dem Spätmittelalter, die die Wohnatmosphäre dieser Zeit in eindrucksvoller Weise widerspiegeln.

    Die Salginatobelbrücke: Ein Muss für Graubünden-Urlauber

    Die Salginatobelbrücke, die Schuders mit Schiers verbindet, ist eine echte Augenweide. Das einzige Weltmonument der Schweiz gilt zurecht als architektonisches und technisches Meisterwerk: Mehr als 80 Jahre nach der Einweihung schwärmen Fachleute noch immer über die unverwechselbare Silhouette und den sparsamen Umgang mit den zur Verfügung stehenden Baumaterialien.

    Seitdem die amerikanische Ingenieurvereinigung ASCE die Brücke in den illustren Kreis der „World monuments“ aufnahm, wird das Bauwerk jährlich von etlichen Tausend Graubünden-Touristen besucht. Atemberaubend ist nicht nur die grandiose Aussicht auf die Landschaft – auch der Blick vom Tal hinauf auf die 133 Meter lange Brücke ist ein einprägsames Erlebnis. Ein besseres Fotomotiv wird in man im gesamten Kanton Graubünden schwerlich finden.

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  • Kommt die langfristige Vorratsdatenspeicherung?

    Die Diskussion über die Frage, ob es staatlichen Stellen erlaubt werden soll, auch ohne Tatverdacht Kommunikationsdaten von Bürgern abzugreifen und zu speichern, spaltet die Schweizerinnen und Schweizer wie kaum ein anderes Thema. Nach dem Willen des Bundesrates sollen Behörden künftig auf eine „Schnüffel-Software“ zurückgreifen dürfen, die unter anderem das Überwachen von Skype-Gesprächen ermöglichen soll.

    Bislang werden Kommunikationsdaten standardmässig über sechs Monate von den Telekommunikations-Anbietern gespeichert. Dem Bundesrat geht dies nicht weit genug: Künftig soll die Vorratsdatenspeicherung ein Jahr dauern. Die Verwendung von Ausspähprogrammen (auch als „Staats-Trojaner“ bezeichnet) wird schon heute von den Gerichten zugelassen – die Rechtslage ist allerdings umstritten.

    Der Ständerat hat der Totalrevision des „Gesetzes zur Überwachung von Post- und Fernmeldeverkehr“ (Büpf) bereits zugestimmt. Nun liegt es in den Händen des Nationalrates, ob die Vorlage in Gesetzesform gegossen wird oder nicht.

    Umfrage: Rund 50 Prozent der Bürger sind gegen die langfristige Datenspeicherung

    Nach einer vor wenigen Monaten durchgeführten Umfrage des Internetvergleichsdienstes Comparis sind rund die Hälfte der Schweizer gegen das Sammeln von Internet- und Telefondaten durch Behörden. Nur etwa 30 Prozent der Befragten goutieren eine Speicherung von Kommunikationsdaten über mehrere Monate, ohne dass Tatverdacht besteht.

    Interessant ist, dass es in dieser Frage einen Altersgraben gibt: Bei den über 50-Jährigen ist das Misstrauen grösser als bei jüngeren Bürgern, die mehrheitlich mit dem Internet aufgewachsen sind. Zudem fällt auf, dass Frauen eine stärkere Egal-Haltung zeigen als Männer. Dies dürfte in erster Linie auf die grössere Technik-Affinität bei Männern zurückzuführen sein.

    Ein Mehr an Sicherheit?

    Die Befürworter der Vorratsdatenspeicherung führen häufig das Argument ins Feld, die Massenspeicherung von Kommunikationsdaten würde den Behörden die Arbeit erleichtern. Kriminelle Strukturen und Mittäter sollen anhand der Daten schneller erkannt werden können.

    Oberflächlich betrachtet ist die verdachtsunabhängige Massenspeicherung tatsächlich ein Instrument, das dazu geeignet ist, Kriminellen frühzeitig das Handwerk zu legen. Was aber, wenn staatliche Stellen sich nicht an gesetzliche Vorgaben halten und anfangen, unbescholtene Bürger zu Terroristen zu erklären?

    Der Fichen-Skandal der frühen 1990er Jahre hat gezeigt, dass der Behördenwillkür in diesem Fall Tür und Tor geöffnet ist. In der Endphase des Kalten Krieges wurde bekannt, dass der Staatsschutz zwischen 1900 und 1990 rund 900.000 Fichen angelegt hatte. Die Datensammlungsaktivitäten erstreckten sich auf mehr als 700.000 Personen und Organisationen – darunter unwillkommene politische Flüchtlinge, aber auch Schweizer Sozialisten und Gewerkschafter.

    Das Vertrauen in den Staat wurde durch die Affäre, in deren Zuge das geflügelte Wort „Fichen-Staat“ entstand, stark erschüttert. Die Zahl der Gesuche auf Herausgabe der Fichen ging in die Zehntausende. Die restlichen Dokumente wanderten ins Bundesarchiv, wo sie jederzeit eingesehen werden können – allerdings mit der Einschränkung, dass die Namen der Informanten geschwärzt sind.

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